Industrieschnee
Voraussetzungen für die Bildung von „Industrieschnee"
Um „Industrieschnee“ zu erzeugen, müssen mehrere Faktoren zusammenkommen.
Die unten folgenden Punkte sind vorwiegend bei Inversionswetterlagen der Fall.
- Temperaturen am Boden von einigen Grad unter Null
- Hohe Luftfeuchtigkeit (Nebelbildung)
- eine Temperatur von etwa –5 bis –7° C in einer Höhe von etwa 200 m über dem Boden
Der ausgestoßene Wasserdampf verflüssigt sich und wird vom Wind von den Emissionsquellen
abtransportiert. Die Wassertröpfchen können sich in weiterer Folge bei entsprechenden Bedingungen
- besonders bei Vorhandensein von genügend Kondensationskeimen (feinsten Staubteilchen) - in Eis
verwandeln. Die Eiskristalle sinken zu Boden und bleiben dort wie Schnee liegen.
Normaler Schnee fällt aus mehreren tausend Metern Höhe auf die Erde. Er hat auf dem Weg dorthin
genügend Zeit, die für Schnee typische Kristallstruktur auszubilden. Im Unterschied dazu beträgt die
Fallhöhe des „Industrieschnees“ nur 100 - 200 m. Die Zeit ist aufgrund der geringen Fallhöhe viel zu
kurz, um Kristalle auszubilden. Als Folge davon erhält man einen extrem feinkörnigen Schnee, der
beinahe pulverförmig die Landschaft bedeckt.
Die Bildung von „Industrieschnee“ ist somit im Prinzip mit der Bildung von Kunstschnee für die Pistenbeschneiung
zu vergleichen.
Wasserdampfemissionen in Linz
Die Wasserdampfemissionen stammen
-
aus Verbrennungsprozessen in der Industrie
(für die Energiegewinnung zur Prozessführung, z.B. Dampferzeugung): ganzjährig - Aus Energieerzeugung in kalorischen Kraftwerken: ganzjährig
- aus Fernheizwerken: während der kalten Jahreszeit
-
aus Emissionen des Hausbrandes (sowohl bei der Verbrennung von Gas und Öl,
aber auch bei der Verbrennung von Holz): während der kalten Jahreszeit -
aus den Kokslöschtürmen der Kokerei, in denen der glühende ausgegarte Koks schockartig
mit großen Mengen an Wasser übergossen wird. Die Kokslöschtürme stellen eine Besonderheit
von Linz dar, da es nur wenige Städte mit Kokereien gibt. Die Wasserdampfemissionen der
Löschvorgänge finden einige Male pro Stunde für wenige Minuten statt. Diese sind aber sehr
intensiv (0,48 t Wasser pro t gelöschten Koks). Die Emissionen treten ganzjährig auf.
Quelle: http://www.linz.at
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